Leukoenzephalomyelopathie (LEMP)

Erkrankung
Leukoenzephalomyelopathie (LEMP) ist eine neurodegenerative Erkrankung der weißen Substanz des Zentralen Nervensystems (ZNS). Durch Läsionen in der Myelinscheide, welche die Nervenfasern schützend umgibt, kommt es zu Störungen in der Nervenleitung. Typische Symptome von LEMP sind Koordinations- und Bewegungsstörungen. Nur wenige Monate nach den ersten Symptomen können die betroffenen Hunde weder aufstehen noch laufen. Bei den Rassen Leonberger, Rottweiler und Deutsche Dogge wurden Varianten im NAPEPLD-Gen gefunden, die mit LEMP assoziiert werden können. NAPEPLD kodiert für ein Enzym des Endocannabinoid-Systems und scheint sowohl eine Rolle bei der Myelin-Homöostase und der ZNS-Entwicklung zu spielen als auch eine neuroprotektive Funktion zu besitzen. Die ersten Symptome treten bei LEMP im Alter von 1-3 Jahren auf und die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt. Da ca. 1% der untersuchten Hunde ohne Symptome als homozygot betroffen getestet wurden, geht man von einer unvollständigen Penetranz aus und vermutet den Einfluss von modifizierenden Genen oder Faktoren.
Rassen
Deutsche Dogge, Leonberger, Rottweiler
Erbgang
autosomal-rezessiv mit unvollständiger Penetranz
Testdauer
3-5 Tage nach Erhalt der Probe (Leonberger)
1-2 Wochen nach Erhalt der Probe (Deutsche Dogge, Rottweiler)
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